Woher kommt das Sofa? - Wohngeschichte Teil 1

Herkunft, Geschichte & Definition
Ein historisches Sofa aus dunklen Holz und blauen Leder
Das Sofa ist das Ergebnis einer sehr langen Entwicklung

Das Sofa stellt den Mittelpunkt eines jeden Haushalts dar. Es ist längst kein Statussymbol mehr, wenngleich es doch einmal eines gewesen ist. Heute finden wir es in zahlreichen Sitcoms, Filmen und Talkshows wieder. Jedoch ist nur den wenigsten bekannt, woher das “Kanapee” eigentlich kommt. Immerhin wurde der Komfort dieses Möbelstücks lange Zeit nicht jedem gewährt. Im ersten Teil unserer Serie “Wohngeschichte” erfahren Sie deshalb alles zur Herkunft, Geschichte und Definition des Sofas.

Definition - Das Sofa und seine Bezeichnungen

Das Sofa im Wohnzimmer ist Dreh- und Angelpunkt eines jeden Haushalts

Jeder Haushalt hat ein Sofa im Wohnzimmer stehen. Dort versammeln sich regelmäßig Freunde und Familie, um gemeinsam Filme anzusehen, Weihnachten zu feiern oder um einfach zu relaxen. Doch obwohl jeder weiß, was ein Sofa ist, gibt es dennoch immer wieder Fehler bei der Bezeichnung. Schließlich sind Sofa und Couch zwei verschiedenen Dinge.

Sofa/Couch - Der Unterschied

Als “Sofa” bezeichnet man im allgemeinen ein Polstermöbel, welches mit zwei Armlehnen und Kissen in Wohnbereichen zu finden ist. Manchmal lässt es sich auch zu einem Bett umfunktionieren. Die “Couch” hingegen ist im Grunde eine gepolsterte Bank ohne oder nur einer Armlehne.

Woher kommt das Wort “Sofa”?

Das Sofa hat über seine lange Geschichte bereits einige Bezeichnungen erhalten. So geht das Wort “Sofa” auf das arabische صفة “Suffa” zurück, was soviel wie “gepolsterte Ruhebank” bedeutet. Die Bezeichnung “Kanapee” hingegen stammt vom lateinischen “conopeum” ab, was auf Deutsch “Himmelsbett” bedeutet.

Woher kommt das Wort “Couch”?

Das Wort “Couch” stammt wohl vom französischen Wort “se coucher” ab, was auf Deutsch so viel wie “sich hinlegen” beschreibt. Andere gern verwendete Worte/Synonyme für Couch sind Ottomane, Chaiselongue, Diwan oder Rècamiere.

Herkunft & Geschichte des Sofas

Ein Grieche und eine Mumie der Ägypter

Die Sofagarnitur hat bereits einen langen Weg hinter sich. Schließlich wollten schon unzählig Generationen vor uns komfortabel Platz nehmen können. Das gilt unter anderem für die alten Völker der Ägypter und Griechen, die auch in der Entwicklung neuer Möbel sehr aktiv gewesen waren.

Wer hat das Sofa erfunden?

Den einen Erfinder des Sofas gibt es nicht. Vielmehr ist das Sofa über viele Jahrhunderte von vielen Kulturen entwickelt worden. Als Ursprung für das moderne Sofa gilt die “Kline”, eine Ruhebank der alten Griechen. Erst im 16. Jahrhundert bauten die Sattler und Tischler in England das Sofa, das dem heutigen schon sehr nahe kommt.

Die alten Ägypter und ihre Sitzmöbel

Im 2. Jahrhundert v. Chr. hatte man in Ägypten bereits ein hohes Maß an Wissen angehäuft und wendete dieses auch in der Praxis an. Neben dem Pyramidenbau überlegten sich die Menschen damals auch, wie sie komfortabel Platz nehmen könnten. Sie verwendeten daher Riemen und Schnüre, um einige Kissen und Decken miteinander zu kombinieren.

Die alten Griechen setzten die Entwicklung fort

Im 6. und 7. Jahrhundert griffen die alten Griechen die Erfindung der Ägypter auf und entwickelt sie weiter. Sie fügten harte Materialien, wie Marmor, Holz oder auch Metall hinzu, um dem Polster-Konstrukt ein Gerüst zu geben. Das Ergebnis war die die griechische Kline, die deutlich mehr Komfort und Stabilität bot.

Die Geburt des modernen Sofas in England

Sofas ist der Bücherhei von Warwick Caste, England

Im 16. Jahrhundert gelangt das Sofa auch nach Europa. Dort werden zu dieser Zeit nach Holzbänke und Stühle verwendet. Nur die herrschende Schicht darf sich über gepolsterte Sitzmöbel freuen. Anfangs war auch das Sofa nur etwas für Adelige, Kaufleute und Könige, da die Hersteller besonders teuer war.

Mehrere Gewerke, darunter Sattler, Tischler und Tapissier (die ersten Raumausstatter) arbeiteten Hand in Hand. Während der Tischler das Holzgerüst lieferte, kümmerten sich Sattler und Raumausstatter um die Polster, Bezüge und Kissen. Die Zierkissen wurden mit aufwändigen Stickereien verziert.

In den 1950ern wurde das Sofa endgültig ein Produkt für die Masse. Die Industrialisierung sorgte für den notwendigen Wohlstand. Die Preise für ein Sofa sanken erheblich und die Löhne stiegen. Heute ist eine Sofagarnitiur mehr, als nur ein 2- oder 3-Sitzer. Bevorzugt werden Sofalandschaften gekauft, welche aus mehrer Teilen bestehen und individuell aufgestellt werden können.

Welche Ansprüche muss das Sofa im 21. Jahrhundert erfüllen?

Die ersten Polstermöbel-Modelle sind aus heutiger Sicht gesehen Couches. Zum einen gab es bis ins 7. Jahrhundert oftmals noch keine Rückenlehne. Zum anderen standen sie hauptsächlich in Gemächern oder Ankleidezimmern herum. Heute hingegen ist der Verwendungszweck ein anderer. Auf dem Sofa nehmen alle Generationen gerne Platz. Einige Haushalte nutzen es sogar, um Gästen für einige Tage einen Schlafplatz anzubieten.

Ein modernes Wohnzimmer mit grauer Couch und großen Zierkissen

Ein Ottomane oder eine Rècamiére finden wir heute noch in größeren Ankleidezimmer, in Schlafzimmern und Wartezimmern sowie in Psychologie Praxen. Das Sofa hingegen muss heute groß und weich sein. Komfort ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Doch auch Langlebigkeit und ein gutes Design sind heute beim Sofa gefragt.

Das Sofa und die Einrichtungsstile

Je nach Einrichtungsstil, Farben und Co. ist ein anderes Polstermöbel besser geeignet. Grundsätzlich gehören gepolsterte Möbel in jeden Wohnstil. Sei es nun für die Einrichtung im Wohnzimmer, der Küche oder Schlafzimmer. In den nordischen Einrichtungsstilen, wie Hygge sind große Sofalandschaften fast schon ein Muss. Sie sorgen für Wärme und Gemütlichkeit.

Der Landhausstil beispielsweise setzt oftmals auf Sessel und Hocker. Ein Sofa passt hier oft nicht zum Gesamtkonzept – dafür hingegen eine elegante Couch. Zum Industrial Style passt ein Ledersofa und der Pop-Art-Wohnstil kommt ohne Polster in knalligen Farben nicht aus.