Wie wohnen die Menschen in der Zukunft?

Tiny Houses Teil 1

Wie werden wir in Zukunft wohnen? – Diese Frage hat sich wohl jeder schon einmal gestellt. Wird es das Konzept des Eigenheims für den Ottonormalverbraucher in einigen Jahrzehnten noch geben oder werden wir alle in die Städte ziehen? Ein aktueller Trend, der für ordentlichen Wirbel sorgt, sind Tiny Houses. Könnten die kleinen flexiblen Häuser auf Rädern unsere Zukunft des Wohnens sein? Dieser Ratgeber soll versuchen diese Frage zu klären.

Was ist ein Tiny House und woher kommt es?

Ein Tiny House (dt. Minihaus) ist ein kleines Haus auf Rädern. Die meisten verfügen zwischen acht und 55 m² und bieten neben jeder Menge Flexibilität dennoch alles, was man zum Leben braucht. Erstmals aufgekommen ist das Tiny House in den USA. Gründer der »Tiny House Movement« Bewegung ist Jay Shafer, der bereits 1999 sein erstes eigenes Minihaus bezog. Er wollte mit seinem eigenen sowie mit seinen anschließend gegründeten Unternehmen den Amerikaner das Tiny House schmackhaft machen. Während der Erfinder bereits über ganze Tiny House Dörfer nachdenkt, kam das Minihaus auch nach Deutschland.

Wie hoch sind die Tiny House Preise?

Auch in Deutschland liebt man das Tiny House, vertraut man den Like-Zahlen auf Instagram und Co. Allerdings ist die Realisierung eines solchen Minihauses hierzulande deutlich komplizierter als in den Vereinigten Staaten. In Deutschland kommt man dabei gleich in Konflikt mit mehreren Gesetzen und Verordnungen.

Eines davon ist die Straßenverkehrsordnung

Auf Deutschlands Straßen dürfen nur Fahrzeuge mit

  • einer Maximalhöhe von vier Metern
  • einer Maximalbreite von 2,55 Metern
  • und einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen

fahren. Innerhalb dieser Gesamtmasse muss sich demnach auch das Tiny House befinden, um überhaupt flexibel von A nach B zu fahren. Denn viele Tiny House-Fans lieben diese Art zu Wohnen, um häufig umzuziehen zu können.

Baugenehmigungen sind Ländersache

Zu den Regeln der Straßenverkehrsordnung kommt noch das Baurecht, welches in jedem Bundesland anders ist. Denn auch für kleine Gebäude wie ein Tiny House besteht in Deutschland eine Genehmigungspflicht. Immerhin wird das Minihaus zu Wohnzwecken genutzt. Ein Tiny House kann also nicht einfach in die Landschaft gestellt werden. Vielmehr muss ein Grundstück gekauft oder gemietet werden, was die örtliche Gemeinde oder Kommune miteinbezieht. Das gilt natürlich auch für einen fließenden Strom- und Wasseranschluss sowie die Müllentsorgung.

Ist es realistisch, dass wir alle im Minihaus leben?

Abseits der gesetzlichen Vorschriften stellt sich natürlich auch die Frage, ob das Tiny House wirklich für jeden Deutschen das richtige ist. Die Wohnfläche pro Kopf liegt 2022 laut Umweltbundesamt bei rund 47,7 m². Zwar treiben besonders alte Mitbürger ab 65 Jahren, die zu 56% im Eigenheim wohnen sowie alte Häuser den Durchschnittswert nach oben, dennoch ist seit 2011 kein Rückgang festzustellen. Hinzu kommen die immer mehr werdenden Ein-Personen Haushalte in den Großstädten, die deutlich mehr Platz pro Kopf benötigen.

Die schlechtere Energieeffizienz

Abseits der gesetzlichen Vorschriften stellt sich natürlich auch die Frage, ob das Tiny House wirklich für jeden Deutschen das richtige ist. Die Wohnfläche pro Kopf liegt 2022 laut Umweltbundesamt bei rund 47,7 m². Zwar treiben besonders alte Mitbürger ab 65 Jahren, die zu 56% im Eigenheim wohnen sowie alte Häuser den Durchschnittswert nach oben, dennoch ist seit 2011 kein Rückgang festzustellen. Hinzu kommen die immer mehr werdenden Ein-Personen Haushalte in den Großstädten, die deutlich mehr Platz pro Kopf benötigen.

Die 10 Hektar Tiny House Siedlung

Um zu bereits bestehenden sowie neuen Baustoffen zu forschen sowie das Konzept Tiny House im Ganzen in einem großangelegten Versuch zu untersuchen, wurde eine Minihaus Siedlung ins Leben gerufen. Auf gut 10 Hektar wollen die Genossenschafter von „Wir bauen Zukunft“ zwischen Schaalsee und Boizenburg eine Tiny House Forschungssiedlung errichten. Projekte wie diese sollen das Wohnkonzept genauer unter die Lupe nehmen und Berichte aus dem echten Leben liefern.

Fazit: Tiny Houses: ein kleiner Teil vom großen ganzen

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Tiny Houses alleine nicht die Zukunft des Wohnens sein werden. Zwar wird diese Option für Minimalisten und Umweltbewusste Person auch weiterhin der Traum bleiben, jedoch sprechen zu viele Argumente gegen die Etablierung auf breiter Ebene. Der Trend zu mehr Wohnfläche in zentraler Lage, die vielen Single-Haushalte sowie die Gesetze in Deutschland werden das Minihaus nicht in großer Stückzahl möglich machen. Und auch für diejenigen, die wirklich minimalistisch auf kleinem Raum leben möchten, eignet sich wohl zukünftig auch das Reset House deutlich mehr, da es weniger Vorschriften unterliegt und die gleichen Vorteile zum kleineren Preis bereithält.