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Bieder? - Nein, elegant und minimalistisch! Die Einrichtung in der Biedermeier Epoche

Carl Spitzweg

Gestartet ist sie 1815 zum Ende hin des Wiener Kongresses und endete 1848 in der bürgerlichen Revolution – Die Rede ist von der Biedermeier Epoche. Sie ist in dieser Zeit im gesamten Deutschen Bund vorzufinden. Österreich, Deutschland und Schweiz brachten diesen Ausdruck zur Geltung. Heute kommen Möbel und Accessoires aus dieser Zeit wieder in Mode, weshalb wir uns heute dieses Thema einmal aus der Nähe ansehen möchten! Was macht den Biedermeier Stil aus und woher kommt er? – Das und noch viel mehr gibt es jetzt!

Die Bedeutung von Biedermeier

Biedermeier ist Restauration. Der Gedanke hat seinen Ursprung in der politischen Geschichte während der Entwicklung des Staates am Ende der napoleonischen Zeit. Der Begriff ist somit nicht nur eine Epochenbezeichnung, sondern auch ein Stück Kulturgeschichte. Eine klare Definition gibt es allerdings nicht, denn es fliegen viele Assoziationen zum Begriff Biedermeier herum. Die meisten von Ihnen stammen noch aus dem 19. Jahrhundert und müssen eher als projizierte Zuschreibungen geltend gemacht werden. Während der Biedermeierzeit kreierte das Bürgertum eine neue, eigene Kunst und Kultur. Diese wurde in der Innenarchitektur, Kleidermode und Hausmusik vollkommen ausgelebt. Aber auch die Literatur hat ebenso diesen Einfluss erhalten. Zwar erhielt diese deswegen das Etikett des konservativen und hausgebackenen, wo es doch die typische Flucht ins eigene private Idyll darstellen sollte. Im selben Zeitraum ist ebenso noch der Vormärz zu finden. Diese bezeichnet die entgegengesetzte Bewegung. Dabei ging es um eine politische Veränderung mit hilfe einer Revolution.

Die literarische Witzfigur “Gottlieb Biedermeier”

In der ruhigen häuslichen Zeit nach den Kriegen wurde die Biedermeierzeit vor allem durch die literarische Witzfigur “Gottlieb Biedermeier” geprägt. So schrieb beispielsweise der Dichter Ludwig Pfau 1847:

“Schau, dort spaziert Herr Biedermeier

und seine Frau, den Sohn am Arm;

sein Tritt ist sachte wie auf Eier,

sein Wahlspruch: Weder kalt noch warm.”

Die französische Revolution hatte nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland neue, geistreiche Ideen und Gedanken für Freiheit aufkommen lassen. Die Fürsten in dieser Zeit hatten gerade deswegen große Angst davor, ihre Macht zu verlieren. Sie gingen deswegen denn Kompromiss ein wirtschaftliche Fortschritte zuzulassen, auf politischer Ebene allerdings nichts zu verändern. Abhöraktion und Zensur gehörten zur Tagesordnung. So wurden die eigenen Vier-Wände der einzige Ort, an dem man sich ungestört und frei unterhalten konnte. Durch diese Zurückgezogenheit wurde auch die Einrichtung grundlegend verändert. Genau diese Situation ist auch heute wieder zu erkennen, weshalb auch die Biedermeier Einrichtung sich wieder großer Beliebtheit erfreuen kann.

Biedermeier Möbel erfreuen sich heute wieder großer Beliebtheit wie schon vor 200 Jahren!

Die besonders eleganten Möbel der Biedermeierzeit sind nach wie vor in der höheren Preisklasse angesiedelt. So waren die Möbel damals hauptsächlich wohlhabenden Menschen vorbehalten. Dazu zählten höhere Beamte, die gebildete Mittelschicht, Kaufleute sowie Fabrikanten. Auch Salons richteten ihr Räumlichkeiten in diesem Stile ein. Auffällig dabei ist, dass alle Möbel hervorragend aufeinander abgestimmt waren. Leider wurden allerdings nur ganz selten ganze Einrichtungen zusammengehalten. Die späteren Generationen trennten die Teile voneinander und verwerteten diese für ander Zwecke. So wurde ein Sofa oder ein Tisch aus Kirsch- oder Nussbaum in der Nachkriegszeit als Futter für das wärmende Feuer verwendet.

Die typisch Charakteristiken des Biedermeier-Einrichtungsstils

Wie jede Epoche aus Kunst und Kultur hat auch die Biedermeierische ihre speziellen Eigenschaften. So sind die Tische meist in runder Form gefertigt und mit einer Mittelsäule sowie drei Fußstützen bestückt. Sowohl als auch die Tische und Stühle sind aus Kirsche oder Nussbaum. Der Grund für diese Formung war, dass es an einem runden Tisch keine hierarchie Sitzordnung entstehen konnte. Es konnten je nach Größe sechs bis acht Personen rundherum Platz nehmen und das ohne, dass irgendjemand bevorzugt oder benachteiligt wurde. Das sorgte und sorgt noch heute für ein Zusammengehörigkeitsgefühl, gerade in Zeiten, in den Gespitzelt und Abserviert wird. Genau dies ist ebenso ein Teil unserer Zeit mit dem einzigen Unterschied, dass es vor 200 Jahren noch der eigene Staat war. Heute wird diese Aufgabe von großen Digital Unternehmen übernommen. Ebenso ein Merkmal ist das weich gepolsterte Biedermeier Sofa. Ein solches Sofa war in so ziemlich jedem gut betuchten Haushalt aufzufinden.

 

Zwar nicht unbedingt notwendig aber dennoch stilistisch passend ist ein kleiner Nähtisch. Ein solcher verleiht der gesamten Einrichtung noch einmal etwas nostalgisches und authentisches zugleich. Damals war der Nähtisch das Symbol dafür, dass in diesem Haushalt eine fleißige und brave Hausfrau zu Gange war. Mit einer passenden Kommode vereint sind auch Sekretäre gern gesehen Elemente, die wie das gepolsterte Sofa zur Ausstattung dazu gehören. Besonders noble und herausstechende Haushalte legten außerdem großen Wert darauf, dass in den Räumlichkeiten ebenso ein Spiegel in Verbindung mit einem Vitrinenschrank vorzufinden ist.

Die Wurzeln und Einflüsse des Biedermeier Stils

Der Biedermeier Stil hat seine Wurzeln im Empire. Hierzu lässt sich sagen, dass der Biedermeierstil die bürgerliche Variante der Empires darstellt. Die repräsentativen Elemente sind somit kein Teil vom Original. Verstärkt wurde dies noch dadurch, dass ausschließlich heimische Hölzer für den Möbelbau verwendet wurden und werden. Dazu gehören unter anderem Birke, Kirsche und Nuss. Mit Mahagoniholz ließe sich die schlichte Wirkung nur sehr schwer erzeugen. Zumal die Hölzer auch in unterschiedlichen Preisregionen vorzufinden sind.

 

In den nördlichen Teilen Deutschlands nahm England Einfluss auf den Biedermeierstil. So flossen dank Karl Friedrich Schinkel englische und antike Stilelemente in den bürgerlichen Einrichtungsstil mit ein. Leo von Klenze hingegen orientierte sich eher an Frankreich und deren Einrichtungsstil. Dieser zeichnete sich vor allen Dingen dadurch aus, dass dieser malerischer und weicher war und somit hervorragend in das elegante Wien eingegliedert werden konnten. Das weiche, helle und gemütliche Biedermeier Sofa, welches seither als absolutes Status Quo für die Epoche gilt stammt von ihm.

Weitere Merkmale des Biedermeier Stils

Die Möbel aus dieser Epoche waren auffallend glatt. Künstlerische Gestaltung war nur seitlich auf den Säulen zu finden. Das hatte den Grund, das künstlerische Verzierungen vollkommen abgelehnt wurden. Nur kleine Flächen verfügten deswegen über Intarsien. Sollten diese dann doch auf kleineren Flächen zum Einsatz kommen, so erforderten diese ein gehöriges Maß an Präzision. Als auflockerndes Element fand auch der aufgesetzte Giebel seinen Platz.

Was den Sekretär betrifft, war er ein beliebte Antiquität. Eine einheitliche Form gab es für diesen allerdings nicht. Diese war gerade in Deutschland an die geografische Lage angepasst. Die äußerliche form entsprach dem originalen Biedermeier Stils. Das Innenleben hingegen wies Schubladen, Säulen, Spiegel und mehrere Geheimfächer auf.

Das Biedermeierliche Sofa sowie alle anderen Möbel mit einem Überzug sind bis heute echte Klassiker. Die Stoffe dafür waren aus Rips sowie geblümten Kreton gefertigt worden. Papiertapeten mit Blumen und der puren Natur als auch Rankenmuster waren an den Wänden angebracht. Zum Ende hin der Biedermeier Epoche wurde der Einrichtungsstil allmählich wieder repräsentativer. Besonders herausgestochen sind dabei pompös gestaltete Sekretäre.

Typische Biedermeier Farben und Muster

Leimfarben

Bei den Heimwerken der heutigen Zeit ist sie nicht unbedingt die erste Wahl. Sie gelten als veraltet und werden deswegen kaum noch verwendet. Wer allerdings den Biedermeier Stil originalgetreu nachbilden möchte, für den führt kaum ein Weg an ihr vorbei. Leimfarben sind günstig, durchlässig und gesundheits- bzw. umweltfreundlich. Sie sind sehr leucht- und deck stark und setzen gleichzeitig dezente Akzente.

Schweinfurter Grün

Während die Barock Epoche auf prunkvolle und pompöse Einrichtungsgegenstände festzumachen ist, ist der Biedermeier auf der entgegengesetzten Richtung unterwegs. Florale, zierliche Wanddekorationen die teilweise auch über geometrische Muster verfügen sind weitere Eigenschaften. In Kombination mit Möbeln aus Kirschbaumholz macht eine Tapete mit Rosenmustern und einem Schweinfurter Grün im Hintergrund eine wirklich gute Figur. Neben den natürlichen Motiven finden sich im Biedermeier ebenso Tapeten, mit senkrecht gestreiften Mustern. Farblich werden hierfür üblicherweise grüne, weiße oder alt-rosa Motive verwendet.

Für die stilechte Wandgestaltung sind Bilder unerlässlich

Es gilt nicht nur auf die Tapeten beziehungsweise Wandfarbe ein Auge zu werden. Die Scherenschnitte, welche sich in schwarzen Rahmen befinden gehören ebenso zum Biedermeier Stil. Traditionell wird hierbei darauf geachtet, dass die Bildausschnitte rund oder oval sind. Oft verwendet werden ebenso Portraits sowie Gruppen- oder Landschaftsbilder. Der Raum erhält so eine einzigartige Persönlichkeit sowie ein ganz spezielles Flair. Heimisch, Sicher und Gemütlich sind die Attribute, die den Biedermeier ausmachen. Elegant und bürgerlich zugleich, etwas minimalistisch aber auf keinen Fall langweilig!

Das ultimative Charakteristikum des Biedermeiers - Das Biedermeier Sofa!

Das Sinnbild des Biedermeiers ist ganz klar das Sofa. Es steht für das private Wohlgefühl in den eigenen Räumlichkeiten. Dies hat es seiner geschlossenen und alles umschließenden Form zu verdanken, welche schützend und wohlwollend auf alle Familienmitglieder wirkt. Im Durchschnitt können bis zu drei Personen auf diesem einen angenehmen Platz einnehmen. Die Argumente sind ganz klar die weiche und gleichmäßige Polsterung als auch die sich darauf befindlichen Kissen, welche nicht selten üppig ausfallen. Für die Gestaltung wurden klare und zugleich kräftige Farben eingesetzt. Die typischen Designmerkmale von einem Biedermeier Sofa sind die schlanken Säulen, die vielen Biegungen als auch die Handvoluten an den Seiten.

Ausdruck für familiäre Kultur - Instrumente für Musik in der Biedermeier-Epoche

Zu beliebtesten Freizeitaktivitäten im familiären Zusammenleben waren Musizieren und Lesen. Sie gehören zu den äußerst sorgsam gepflegten Traditionen in dieser Zeit. Ein besonderes Instrument dieser Epoche war der Giraffenflügel. Er verfügt über eine beeindruckende Resonanz, ähnlich wie ein herkömmlicher Konzertflügel. Des Weiteren hat dieses Musikinstrument eine schöne und elegant geschwungene Optik, wodurch sich dieses hervorragend in das restliche Einrichtung-Bild eingegliedert. Der Raumcharakter wird mithilfe dessen noch stärker zum Ausdruck gebracht und gleichzeitig wird die Hauskultur klar definiert.

Antiquitäten mit wohlwollendem Charakter - Biedermeier ist nie gestorben!

Der inbegriff der industriellen Revolution in Europa wurde ganz klar von England definiert. Die dortigen Design für die Innenausstattung wurde wie eben schon angesprochen, auch in den nördlichen Regionen Deutschlands sehr geschätzt. Personen wie Thomas Sheraton und George Hepplewhite nahmen somit maßgeblich Einfluss auf den Biedermeier-Stil im Deutschen Bund. Ausschlaggebend für diesen Erfolg war ihre elegante und zugleich klare Linienführung bei den Entwürfen. Ihre Entwürfe trafen den Wortsinn von “Mobiliar” komplett ins Schwarze! Die entworfenen Möbelstücke der beiden Herren waren nämlich zierlicher, mobiler und kleiner. Dies ist insofern wichtig zu erwähnen, da die Möbelstücke in Zeit zuvor um ein vielfaches massiger und üppiger waren.

Die allerdings damals schon geschwungen Formen wurden in die Biedermeier-Epoche integriert. Dank der schmaleren Formen und Designs markierten diese die charakteristischen Merkmale dieser Zeit. Es galt also sich von den Louis XVI-Möbeln zu verabschieden, welche sehr malerisch und naturalistisch waren und hin zu den stilistischen Anmutungen, welche über eine angenehmere Proportion verfügten zu schreiten. Besonders deutlich ist dies an der Schwanenhals-Symbolik zu erkenne. War diese im Barock noch recht üppig und wahllos eingesetzt worden, so fand Sie in der Biedermeier-Epoche einen weitaus eleganteren Platz. Bei einem Biedermeier Sofa beispielsweise wurden dies als Armlehnen eingesetzt. Im weiteren Verlauf wurde der Schwanenhals dann gegen den ergonomischen Handvoluten ersetzt.

Die Hauptmerkmale der Biedermeier Möbel auf einen Blick
  • Design und gebaut für die Privathäuser dieser Zeit
  • vor allen Dingen für wohlhabende und adelige Familien in dieser Epoche
  • Sie erfüllten einen praktischen Nutzen und verschtrahlten Harmonie
  • Das Ideal ist und war die Klassik, wodurch es viele Übereinstimmung gibt
  • Die Ornamentik wurde hier nicht überladen
  • Vielmehr wurde auf klare Proportionen gesetzt
  • Dieser Einrichtungsstil galt als Funierkunst
Biedermeier - Beliebt wie eh und je!

Formloses und zeitlos-elegantes Design sind die schlagkräftigen Argumente, warum die Biedermeier Kunst nie ausgestorben ist. Genauso sehen dies auch die Antiquitätenhändler in der gesamten Bundesrepublik. Die Faszination Biedermeier ist ungebrochen und erfreut sich derzeit wieder einem anwachsenden Zulauf. Da nicht allzu viele Originale erhalten geblieben sind, veranlassen viele Fans direkte nachbauten. Sie sind auf der Suche nach den durch viel Schönheit und Charme geprägten Stücken dieser Zeit? Auch Sie möchten Ihre eigenen Räumlichkeiten in diesem Stile einrichten? – Dann kontaktieren Sie uns noch heute und wir beraten Sie gerne auch bei einer persönlichen Besichtigung. Wir freuen uns auf Sie!