Sessel aus den 1920er Jahren

By raumwerke 2 Jahren ago

Das Polstermöbel war in einem recht beklagenswerten Zustand, als es zu uns in die Polsterwerkstatt M-N-Q kam. Dies war auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Das damals übliche Polstermaterial wie Jute, Leinen, Afric und Roßhaar hatte durch Luft, Licht und Feuchtigkeit seine Haltbarkeit komplett eingebüst. Die Gurte und das Juteleinen waren rissig, versprödet und teilweise komplett zerstört. Dem entsprechend, wurde das Möbel abgepolstert und das Gestell neu verleimt. Die gesamte Polsterung ist handwerklich neu erstellt, mit den auch vor 90 Jahren üblichen Polstermaterialien und Techniken.

Der Sessel entstammt einer Zeit in der auch Fritz Langs Film „Metropolis“ entstand. Dies brachte, uns zusammen mit unseren Kunden, auf die Idee einen Stoff zu suchen, der im Muster und in der Farbe, diese Ästhetik aufgreift und zur Formensprache des Polstermöbels passt.

Fündig wurden wir hier bei der Möbelstoff Manufaktur Gisbert Rentmeister.

Der ausgewählte Stoff spiegelt die Filmarchitektur von Metropolis wieder und schafft so ein Möbel, das erscheint als hätte Joh Fredder selbst auf ihm gesessen.

Die ausgewählten Posamente stammen von der Firma Scheuerle Posamente in Frankfurt. Sie drängen sich nicht in den Vordergrund, sondern unterstreichen in ihrer Sachlichkeit, das gesamte Erscheinungsbild des Sessels. Eingesetzt wurde hier ein einfacher Ripskeder und passend dazu ein Doppelkeder als Abschluss zum Holzgestell.

Der Bezugstoff „Lyra“ besteht aus Viskose und Goldfäden, auf einer schwarzen Baumwollkette. Das verarbeitete Chenillegarn mit dem Metallanteil, lässt diesen Polsterstoff sehr schwer und prominent wirken, ohne dabei Eleganz zu verlieren.

Das Gesamtbild des Sessels ist hier auf eine exakte und rapportgerechte Verarbeitung angewiesen, hierzu wurde der Stoff im inneren Rücken so angepasst das das Muster trotz der unterschiedlichen Radien auf dem äusseren Spannteil fortläuft.

Fotos: raumwerke